Monitoring seltener Arten im Kanton Bern
Die Florenpatenschaften sind ein Freiwilligenprojekt der Abteilung Naturförderung des Kantons Bern (ANF), organisiert und koordiniert durch die Bernische Floristische Beratungsstelle und den Contact Point Rote Liste BE von Info Flora. Die BBG unterstützt das Projekt und hilft mit, die Information dazu zu verbreiten.
Um was geht es?
Die Kernidee ist, dass interessierte Personen Fundorte von gefährdeten oder seltenen Pflanzenarten als Patenschaft übernehmen und periodisch aufsuchen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit Info Flora und mit Hilfe der FlorApp. Die Patinnen und Paten überwachen die Fundstellen bzw. die Entwicklung «ihrer» Arten regelmässig, je nach Art und Gefährdungsstatus alle ein bis fünf Jahre. Erfasst werden Angaben wie Abundanz, Populationsfläche und mögliche Gefährdungen, z.B. Beschattung, Verbuschung oder Aufkommen von invasiven Neophyten.
Zudem werden im Rahmen des Projekts alte oder fragliche Fundangaben vor Ort verifiziert. Die Resultate dieser ehrenamtlichen Kartierungen sind für die kantonale Fachstelle und Info Flora ausserordentlich wertvoll. Anhand dieser Daten konnten in der Vergangenheit bereits einige negative Entwicklungen frühzeitig erkannt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden, z.B. das Auszäunen von sensiblen Bereichen oder Entbuschungen. Langfristig bilden die Ergebnisse des Projekts auch eine fundierte Grundlage für den Aufbau von kantonalen Aktionsplänen zum Schutz gefährdeter Arten.
Wer steckt dahinter?
Die Florenpatenschaften sind ein Projekt der Abteilung Naturförderung des Kantons Bern. Die Organisation und Koordination des Projekts erfolgt durch die Bernische Floristische Beratungsstelle (Christoph Käsermann, ecolot) und den Contact Point Rote Liste BE von Info Flora (Nicolas Küffer)
Mitmachen
Angesprochen sind sowohl Laien wie auch erfahrene Botanikerinnen und Botaniker. Voraussetzung ist, dass man gerne Wanderungen oder Spaziergänge in der Natur macht und die Bereitschaft vorhanden ist, Erkennungsmerkmale spezifischer Pflanzen zu erlernen. Zeitlich sollte man mindestens einen Halbtag pro Jahr aufwenden können. Als Dankeschön für das grosse Engagement wird jährlich eine Exkursion angeboten. Ein Saisonstart-Apéro oder ein ähnlicher Anlass fördert den Austausch untereinander.
Interessiert mitzumachen? Informationen erteilt Nicolas Küffer (Email).
Die diesjährige Exkursion findet am Samstag 6. Juni statt. Informationen dazu findet ihr hier.
Merci!
Der Dank für die vielen wertvollen Erkenntnisse gilt den vielen freiwilligen Patinnen und Paten, welche mit viel Elan und Begeisterung die Fundortkontrollen durchführen. Ohne sie wäre eine aktuelle Übersicht dieser Vorkommen gefährdeter Arten im Kanton Bern kaum möglich.