2016-2021

Vorträge 2016-2021

Aufgrund der Covid19-Pandemie fand im Winter 2020/21 keine Vortragsreihe statt. Die HV wurde am 1.3.2021 online abgehalten mit einem anschliessenden Vortrag von Nico Heer und Nora Rieder.

Das Bündnerland ‚erfahren‘ – Botanische und faunistische Entdeckung in Zeiten von Corona
Nico Heer und Nora Rieder
In die Ferne schweifen – ein schwieriges Unterfangen im Jahr 2020! Wir wollten nichts unversucht lassen und sattelten daher um: Statt vier Wochen mit dem Velo durch Italien zu fahren, ging es von Bern aus über vier Alpenpässe bis ins 350 km entfernte Unterengadin, eine für uns bis anhin noch unbekannte Region. Unsere Flexibilität und Unvoreingenommenheit wurde reichlich belohnt, denn es fanden sich zahlreiche Überraschungen und Leckerbissen entlang des Wegrandes, welche nicht nur das Botaniker-Herz höherschlagen liessen. Dass mit etwas Spontanität, Offenheit und einer Prise Glück auch in diesem Jahr wunderbare Naturerlebnisse möglich waren, davon soll dieser persönliche Reisebericht erzählen.

Montag, 13. Januar 2020
Pittier wer? Botanist, Naturalist, Geograph…
Mürra Zabel
Henri Pittier (1857 Bex -1950 Caracas) wuchs in einer Umgebung auf, die den ungewöhnlich begabten Buben schon früh mit verschiedenen Wissenschaften in Kontakt brachte. Aber das Leben als berühmter Neotropen-Forscher begann für den jungen Botaniker erst, als er mit 30 Jahren nach Costa Rica auswanderte. Heute in der Schweiz kaum bekannt, gilt Henri Pittier in der internationalen Wissenschaftswelt als einer der bedeutendsten Forscher überhaupt. Über 10000 Pflanzen hat er als erster beschrieben, zahlreiche tragen seinen Namen, und nicht nur das…

Montag, 20. Januar 2020
Artenrausch zwischen Karibik und Anden – Kolumbiens Pflanzenwelt
Adrian Möhl / Nicolas Küffer
Im Februar 2019 hat der Botanische Garten Zürich gemeinsam mit kolumbianischen WissenschaftlerInnen eine Exkursion im östlichen Teil von Kolumbien durchgeführt. Kolumbien ist in vielerlei Hinsicht ein Land der Extreme – die atemberaubende, stupende und reichhaltige Vielfalt der kolumbianischen Pflanzenwelt soll in diesem Vortrag vorgestellt werden.

Montag, 27. Januar 2020
Schweizweites Messnetz für die Artenvielfalt
Christoph Bühler
Im Auftrag des Bundes schwärmen jährlich Dutzende von BiologInnen in die Schweizer Landschaft aus und erfassen die Vielfalt der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten. Das Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM ist eines der Projekte des Bundes, um Veränderungen der Artenvielfalt nachzuweisen. Im Vortrag wird erläutert, wie das BDM funktioniert, mit welchen Methoden gearbeitet wird und welche Trends sich für die Gefässpflanzen abzeichnen. Unter den über 1700 bisher erfassten Gefässpflanzenarten sind nebst vielen weit verbreiteten Arten auch etliche botanische Besonderheiten vertreten, von denen einige vorgestellt werden.

Montag, 10. Februar 2020
Der bunte Schatz der Sierra Nevada – Flora und Vegetation des Kalifornischen Hochgebirges
Deborah Schäfer / Stefan Eggenberg
Wer im heissen Sommer nach Kalifornien reist, hat das Glück, der Flora der «High Sierra», der kalifornischen Sierra Nevada zu begegnen. Die vielfältige Flora der berühmten Gebirgsnadelwälder und die Pflanzen der Felsen, Gebirgsrasen und Gebirgsbäche sind farbenprächtig und vermitteln spannende Einblicke in ökologische und biogeografische Zusammenhänge. So gibt an diesem Abend für die ZuhörerInnen einen wunderbar bunten und interessanten Blumenstrauss aus Kalifornien zu bestaunen.

Montag, 24. Februar 2020
Biodiversität in der Stadt Bern heute
Sabine Tschäppeler
Welches sind die besonderen Pflanzen- und Tierarten der Stadt Bern, wo liegen die artenreichsten Gebiete? Wie können diese Arten und Lebensräume erhalten und gefördert werden? Seit 2012 hat die Stadt Bern ein behördenverbindliches Biodiversitätskonzept, dessen 17 Ziele bis 2022 erreicht sein sollten. Im Vortrag wird über Erfolge und Schwierigkeiten in der Umsetzung des Biodiversitätskonzeptes berichtet und angekündigt, welche Projekte Stadtgrün Bern im Frühling 2020 starten wird.

Montag, 14. Januar 2019
Pflanzenmorphologie im Dienste der Biodiversitätsforschung – Blütentange (Podostemaceae) als bedrohte Spezialisten tropischer Wasserfälle
Rolf Rutishauser, Universität Zürich
Als Pflanzenmorphologe am ISEBUZH untersucht der Referent seit Jahren Blütenpflanzengruppen, die – oft in Anpassung an den Standort – sonderbare Formen annahmen und sich dabei vom typischen Wurzel-Stängel-Blatt-Bauplan verabschiedeten. Dazu gehören mit der Gattung Utricularia die auch in Europa vorkommenden Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae), ebenso die in tropischen Wasserfällen und Stromschnellen gedeihenden Blütentange (Podostemaceae), welche mit dem Johanniskraut (Hypericum) verwandt sind. Das Beispiel der Blütentange zeigt die Wichtigkeit genauer Analysen von Pflanzenarchitektur und Entwicklungsmustern für die Taxonomie und Evolutionsforschung. – Um den wachsenden Hunger nach elektrischer Energie zu stillen, werden in Südamerika, im tropischen Afrika und in SO-Asien immer mehr Wasserfälle „verstromt“. Dies hat katastrophale Folgen für die Blütentange, von denen viele der weltweit gut 300 Arten sehr beschränkte Verbreitungsareale aufweisen. Blütentange lassen sich ausserhalb ihres natürlichen Habitats auch heute noch nicht kultivieren.

Montag, 21. Januar 2019
Juwelen in freier Natur – Päonien am Wildstandort
Walter Good, Paeonia GmbH
Päonien gehören zu den schönsten Gartenpflanzen. Am allerschönsten sind sie aber an ihren Wildstandorten, welche nur auf der nördlichen Halbkugel zu finden sind. Einen Päonien-Wildstandort in voller Blüte zu erleben ist etwas vom Schönsten. In der Präsentation stelle ich die Wildstandorte vor, die ich im Laufe der Jahre besucht habe.

Montag, 11. Februar 2019
Zustand der Biodiversität und Ökosystemleitungen in Europa und Zentralasien
Markus Fischer, Universität Bern
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES berichtet zum Zustand der Biodiversität und Ökosystemleitungen in Europa und Zentralasien. Der unter der Co-Leitung von Markus Fischer erarbeitete Bericht beschreibt den Istzustand, die Entwicklungstrends, die möglichen Ursachen für die beobachteten Veränderungen sowie die Vorstellung von Handlungsmöglichkeiten für politische und weitere Entscheidungsträger.

Montag, 18. Februar 2019
Pilze – Bedrohte Vielfalt, ein Werkstattbericht
Beatrice Senn, WSL

Montag, 11. November 2019
Gipfelflora im Klimawandel – Veränderung der Alpenflora über das letzte Jahrhundert
Sonja Wipf
Alpenpflanzen sind ikonische Botschafter der Berge. Früher wie heute haben sich deshalb Pflanzenfreunde aufgemacht, die Flora der alpinen Gipfel zu erforschen. Unsere Vorfahren trugen so Informationen über Verbreitung und höchste Vorkommen alpiner Pflanzenarten zusammen und dokumentierten ihre Funde und ihr Wissen in Herbarien und Publikationen. Durch den Klimawandel ist der Lebensraum der Alpenpflanzen heute grossen Veränderungen unterworfen. Die historischen Aufzeichnungen der «alten» Botaniker sind deshalb eine wichtige Referenz, um die Veränderung der alpinen Pflanzenwelt zu erforschen. Gipfel sind wie Dauerflächen, und Wiederholungen der historischen Vegetationsaufnahmen zeigen auf, wie sich die alpine Flora über das letzte Jahrhundert verändert hat. Die Artenzahlen auf Gipfeln sind über das letzte Jahrhundert stark angestiegen und wärmeliebendere Arten aus tieferen Lagen treten zunehmend auf, Hand in Hand mit der sich beschleunigenden Klimaerwärmung. Wird es nun den alpinen Spezialisten zu warm? Oder werden sie von den Arten aus tieferen Lagen verdrängt? Sonja Wipf vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF erzählt über die historischen Botaniker und ihre Forschungsarbeiten, zeigt, welche Bedeutung sie für die heutige Forschung haben und erklärt, wie sich die hochalpine Flora derzeit verändert.

Montag, 18. November 2019
Wie Botanik-Touristen die Flora des Walliser Saastals erforschten
Margrit Wyder
Die reichhaltige Flora des Saastals wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Amateurbotanikern und -botanikerinnen während ihrer Ferienaufenthalte zusammengetragen. Hauptsammler waren der SBB-Obermaschineningenieur Alfred Keller (1849–1925), der mit seiner Familie lange in Bern lebte, und der Zürcher Medizinprofessor Otto Naegeli (1871–1938). Ihr Herbarium gehört zu den umfangreichsten privaten Pflanzensammlungen der Schweiz. Ein Forschungsprojekt zum Herbarium Keller-Naegeli, das an der Universität Zürich aufbewahrt wird, hat die Wege dieser Botanik-Touristen verfolgt.

Montag, 2. Dezember 2019
Vom eroberten Land zum Renaturierungsprojekt – Geschichte der Feuchtgebiete in der Schweiz seit 1700
Matthias Bürgi / Martin Stuber
Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden die Flusstäler und Ebenen des Mittellandes periodisch überschwemmt, und die Böden waren mancherorts derart nass, dass an eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung oder gar an eine Überbauung nicht zu denken war. Welche Gründe haben zum Verschwinden der Feuchtgebiete geführt? Wir versuchen, die historische Entwicklung der Feuchtgebiete in der Schweiz weder als Fortschritts- noch als Verlustgeschichte zu schreiben. Im Vordergrund stehen vielmehr die unterschiedlichen historischen Akteure, ihre Ziele und Praktiken im zeitgenössischen Kontext sowie die Folgen ihres Tuns für Landschaft und Ökologie.

Montag, 16. Dezember 2019
Blühende Biodiversität: Ein Jahr mit Mission B
Isabella Sedivy / Sabine Tschäppeler / Stefan Eggenberg
Zusammen mit Isabella Sedivy vom Schweizer Fernsehen, Sabine Tschäppeler von Stadtgrün Bern und Stefan Eggenberg von Info Flora ziehen wir an diesem Abend eine erste Bilanz der breit angelegten Biodiversitätsaktion «Mission B», lanciert von den öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehstationen der Schweiz und vielen Partnern, zu denen auch Stadtgrün Bern und Info Flora zählen. Wurden die ambitionierten Ziele erreicht? Welches sind die inspirierendsten Aktionen und Erfolge? Was könnte im nächsten Jahr noch getan werden und – wie könnten Sie selber mithelfen? Gemeinsam ziehen wir Bilanz zu Mission B und sammeln Ideen für das kommende Jahr.

Montag, 15. Januar 2018
3D-Blumenstrauss mit Highlights aus unzähligen Exkursionen
André Michel, Bern
Zum Gedenken an die Ära der Stereo-Fotografie auf Dia-Film (1977–2017), sowie an die Freundschaft mit Konrad Lauber (1957 bis immerwährend) und zum 85. Jubiläum meiner Freude an der Natur auf unserem Planeten.

Montag, 22. Januar 2018
Eine der ersten Botanikerinnen der Schweiz: Marie Brockmann-Jerosch und ihr Einfluss auf die Erforschung der Eiszeitgeschichte der Alpenpflanzen
Rolf Holderegger, WSL, Birmensdorf
Um 1900 war die Botanik in der Schweiz im Umbruch: Pflanzenökologie und Pflanzensoziologie waren gross im Kommen. In dieser Aufbruchsstimmung studierte und doktorierte Marie Brockmann-Jerosch in Zürich. Ihr Name ist verbunden mit so illustren Wissenschaftlern wie Carl Schröter, Albert Heim oder Heinrich Brockmann-Jerosch; mit letzterem war sie verheiratet. Bekannt wurde Marie-Brockmann-Jerosch durch ihre zusammenfassenden Übersichtsarbeiten zur eiszeitlichen Geschichte der Alpenflora (z.B. in Carl Schröter’s “Pflanzenleben der Alpen”). Dabei standen Fragen im Vordergrund wie: wo welche Alpenpflanzen die Eiszeiten überdauerten und wie die Wiederbesiedlung der Alpen nach den Eiszeiten vor sich ging. Besonders kritisch war Marie Brockmann-Jerosch gegenüber der Eiszeitrelikttheorie von Gustav Hegi, an der sie kein gutes Haar liess. Die Schlussfolgerungen zur Eiszeitgeschichte der Alpenflora, die Maire Brockmann-Jerosch um 1900 formulierte, erlebten anfangs des 21. Jahrhunderts einen neuen Frühling. Genetische Methoden ermöglichen es nämlich, nun die alten Hypothesen von Marie Brockmann-Jerosch zu überprüfen. Sie zeigen klar auf, dass diese frühe Forscherin fast in allen Punkten recht hatte.
In diesem Vortrag wird der spannenden Periode der Botanik in der Schweiz um 1900 nachgegangen und es wird der Anteil von Marie-Brockmann Jerosch dabei beleuchtet. Der Vortrag zeigt vor allem, inwiefern ihre Schlussfolgerungen von damals heute noch Geltung haben und was diese für die heutige Forschung bedeuten. Also eine Art Verbeugung vor einer der ersten Botanikerinnen der Schweiz, die zu internationalem Ruhm gelangte.

Montag, 29. Januar 2018
Die endemische Pflanzenwelt der Galapagosinseln: über Tiere, die von ihr abhängig sind und ihre Gefährdung durch invasive Arten
Jürg Stöcklin, Emeritus Universität Basel

Montag, 19. Februar 2018
Faszination der Entdeckung und Erforschung der Kakteen
Reto Nyffeler, Universität Zürich

Montag, 26. Februar 2018
Alpenpflanzen im Klimawandel
Christian Körner, Emeritus Universität Basel

Montag, 5. November 2018
Eine naturkundliche Reise durch Georgien: Land der Vielfalt zwischen Steppe, Hochgebirge und Regenwald
Werner Huber, Universität Wien & NaturReisen OG
Eine naturkundliche Reise führt uns durch Georgien. Dort wo der Wein und das Goldene Vlies herkommen, dort wo seit dem 4. Jahrhundert das Christentum gelebte Religion und Kultur ist, gibt es auch eine Vielzahl an unterschiedlichen faszinierenden und uns kaum bekannten Naturlebensräumen: Im Osten dominiert die zentralasiatische Steppe mit nahezu endlosen Weiten, im Norden steigt der Große Kaukasus mit Urwäldern und blütenreichen Bergwiesen auf über 5.000 m hoch und im Westen an der Schwarzmeerküste befinden sich subtropische kolchische Regenwälder. Georgien, ein Land am Rande Europas, beherbergt an die 6.500 Pflanzenarten, wovon etwa 1.700 ausschließlich in Georgien beheimatet sind. In vielen Regionen wird Wein und Obst angebaut. Endlose Weizenfelder und riesige Weidegebiete prägen die Landschaften.

Montag, 19. November 2018
100 Jahre BBG – Ein historischer Rückblick
Vorstand der BBG

Montag, 3. Dezember 2018
Von klein bis riesig: Inselpflanzen im Indischen Ozean und ihre tierischen Partner
Dennis Hansen, Universität Zürich
Isolierte Inseln beherbergen viele endemische Tiere und Pflanzen. Inseln sind berühmt als Studiensysteme für Evolutionsbiologen – man denke an Darwin und seine Finken – aber sie haben auch viel für Ökologen zu bieten. Im Vergleich zu Festland-Ökosystemen beherbergen Insel-Ökosysteme weniger Arten, und somit auch weniger Wechselwirkungen. Diese Wechselwirkungen sind daher viel einfacher auf Inseln zu studieren. Pflanzen und Tiere finden sich nach der Ankunft auf einer Insel oft ohne ihre üblichen Partner (oder Feinde!) und müssen sich an das Zusammenleben mit anderen Organismen anpassen. Der Vortrag wird Highlights aus 20 Jahren Inselforschung und Naturschutzarbeit im westlichen Indischen Ozean im co-evolutionären Kontext von Pflanzen und deren Wechselwirkungen mit Tieren zeigen.

Montag, 10. Dezember 2018
Pflanzenartendiversität in Trockenrasen und Steppen der Paläarktis – Erkenntnisse von Forschungsexpeditionen der Eurasian Dry Grassland Group
Jürgen Dengler, ZHAW
Trockenrasen sind in Europa die artenreichsten Lebensräume für viele Tier- und Pflanzengruppen. Halbtrockenrasen im östlichen Mitteleuropa halten sogar die weltweiten Rekorde für Gefässpflanzenartenreichtum für Flächengrössen unter 100 m2, noch vor den tropischen Regenwäldern. Um den Mustern und Ursachen des enormen Artenreichtums von Gefässpflanzen, aber auch von Moosen und Flechten auf den Grund zu gehen, führt die Eurasian Dry Grassland Group (EDGG) seit 2009 jährliche Forschungsexpeditionen in wenig untersuchten Regionen der Paläarktis durch. Bisherige Ziele reichten von Spanien im Westen bis Sibirien im Osten und von Sizilien im Süden bis Polen im Norden. Neben bunten Impressionen von diesen Expeditionen, wird der Vortrag auch einige spannende Ergebnisse präsentieren sowie kurz die geplanten Forschungsexpeditionen 2019 vorstellen, die nach Armenien und in die inneralpinen Trockentäler der Schweiz führen.

Montag, 16. Januar 2017
From Africa to Asia, from desert to forest: the plant ecology of Israel
Tamir Klein, State of Israel; Ministry of Agriculture and Rural Development
Israel is a small country (20,770 km2) and about 50% desert, but rich in plant diversity. The flora of Israel comprises 2,272 different wild species, 56 of which are national endemics. The floral richness is due to Israel’s geographical position between Africa and Asia, where four phytogeographical regions intersect: the Mediterranean, the Irano-Turanian, the Sudanian and the Saharo-Arabian. Steep geomorphological and ecological gradients rise from the sea, range over lush green arboreal mountains and descend to extreme desert around the Dead Sea, the lowest point on land. In addition, the long co-evolution of the local flora with human culture yields a rich and diverse annual and antipastoral flora well adapted to disturbed habitats.

Montag, 30. Januar 2017
Die Pflanzenwelt der Insel Kythera – ein floristisches Bindeglied zwischen Peloponnes und Kreta
Alex Kocyan, Universität Potsdam, Deutschland
Auf der Insel Kythera, die zusammen mit Antikythera, Kreta, Kasos, Karpathos und Rhodos den südägäischen Inselbogen bildet, finden sich rund 1000 Pflanzenarten. Dies obwohl die Insel nur gerade einmal 279 km2 gross ist und mit einer maximalen Höhe von 504 m.ü.M. keine hohen Berge aufweist. Die rund 31 mal grössere Insel Kreta beherbergt nur ungefähr die doppelte Anzahl an Arten. Ziel dieses Vortrags ist es, die verschiedenen Vegetationstypen von Kythera vorzustellen, die Florengeschichte der letzten 18 Millionen Jahre dieser im Vergleich zu Kreta botanisch wenig erforschten Insel darzulegen und aus unserer Forschung zu berichten, die zu erklären versucht, weshalb es zu dieser relativ grossen pflanzlichen Diversität auf Kythera kommt.

Montag, 6. Februar 2017
Botanische Streifzüge durch die Balearen
Ursula Tinner, Gossau, Schweiz
Mallorca, die Hauptinsel der Balearen, hat sehr viel mehr zu bieten als billige Hotel- und Alkoholpreise. Die landschaftliche Schönheit der Insel offenbart sich jedem, der auf Wanderwegen unterwegs ist. Auch botanisch gibt es auf den Balearen viel Interessantes zu entdecken.

Montag, 20. Februar 2017
Die Flora von Südtirol – phytogeographischer Schmelztiegel im Zentrum der Alpen
Thomas Wilhalm, Naturmuseum Südtirol, Bozen, Italien
Südtirol weist mit einer Landesfläche von 7400 km² und rund 2600 Taxa eine vielfältige Gefässpflanzenflora auf. Neben dem ausgeprägten Relief mit tief eingeschnittenen Tälern (ab 200 m Meereshöhe) und hohen Gebirgszügen (bis 3900 m) ist dafür v.a. die zentrale Lage im Alpenraum am Schnittpunkt zwischen Mitteleuropa und dem Mittelmeerraum, sowie west- und ostalpischem Florengebiet verantwortlich. Unter den pflanzengeographischen Besonderheiten sticht der relativ hohe Anteil arktisch-alpiner, borealer und pontischer Elemente hervor. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Flora von Südtirol und seinen Besonderheiten.

Montag, 6. November 2017*
Wie entwickeln sich die Biotope von nationaler Bedeutung? Die Vegetation gibt Auskunft.
Ariel Bergamini, WSL, Birmensdorf
Die Biotope von nationaler Bedeutung (Moore, Trockenwiesen- und weiden, Auen, Amphibienlaichgebiete) gelten als die Kronjuwelen der Schweizer Schutzgebiete. Doch entwickeln sich diese Biotope trotz ihres gesetzlichen Schutzes gemäss den Zielen des Naturschutzes? Können sich z. B. seltene Pflanzen in den Gebieten halten oder sterben sie trotz Schutz nach und nach aus? Diesen Fragen geht ein langfristiges Monitoringprojekt nach, bei dem Vegetationserhebungen eine zentrale Rolle spielen.

Montag, 20. November 2017
Vom Paradies zum Botanischen Garten
Verena Wiemken und Thomas Boller, Universität Basel
Im biblischen Garten Eden lebten Adam und Eva in einer symbiotischen Einheit mit der Natur. Seit dem Sündenfall sehnen sich die Menschen nach dem Paradies zurück und versuchen, es in einer kleinen Form nachzubauen, wie uns jedes Blumenfenster und jeder Bauerngarten beweist. Seit dem Biss in den Apfel ist der Mensch aber auch von einem Entdeckungsdrang geprägt, und der Anspruch ans Paradies wurde besonders seit der Entdeckung der Neuen Welt immer grösser – es sollte alle bekannten Pflanzen der Welt umfassen. Aus diesem Streben heraus entstanden die Botanischen Gärten als Hort für wissbegierige Pflanzenliebhaber; sie sind aber auch Orte der Begegnung, Besinnung und Poesie.

Montag, 4. Dezember 2017
Flower Power aus Kalifornien
Beat Fischer, BAB – Büro für Angewandte Biologie, Bern
Kalifornien gilt nicht nur als Geburtsort der Flower Power Bewegung, sondern auch als botanischer Hotspot. Rund 6’300 einheimische Arten gedeihen im drittgrössten US-Bundesstaat. Dazu zählen mit dem Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) der höchste, mit dem Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) der mächtigste und mit den Langlebigen Kiefern (Pinus longaeva) die ältesten Bäume der Erde. Der farbige Blumenstrauss führt uns ins nebelreiche Küstengebirge, zur imposanten Gebirgsvegetation der Sierra Nevada und ins Tal des Todes (Death Valley) mit seiner beeindruckenden Wüstenflora.

Montag, 11. Dezember 2017
Westöstliche Flora im Hochland von Armenien
Stefan Eggenberg, Info Flora, Bern
Das kleine Armenien (rund zwei Drittel so gross wie die Schweiz) im südkaukasischen Hochland hat mit fast 3400 Pflanzenarten eine unglaubliche Artenvielfalt. Sie setzt sich zusammen aus Arten mediterraner, europäischer und asiatischer Florenregionen. Das Land zeigt daher nicht nur kulturell, sondern auch botanisch seine Brückenfunktion zwischen Orient und Okzident. Mit einprägsamen Pflanzen-, Vegetations- und Landschaftsbildern wird die Vielfalt des armenischen Hochlandes näher gebracht.

Montag, 11. Januar 2016
Naturerlebnis Falklandinseln und Südpatagonien (Vegetation, Flora, Fauna, Landschaft)
Christoph Käsermann, Bernische floristische Beratungsstelle (BfB)
Die sturmumtosten Falklandinseln im Südatlantik vor Argentinien (Islas Malvinas) sind wegen der grandiosen Pinguinkolonien (inkl. Königspinguin), den Walen und Seeelefanten berühmt. Beispiele von Saunders- und Sea Lion Island zeigen jedoch, dass die auf den ersten Blick eintönig wirkende, baumlose Landschaft doch auch botanisch sehr interessant ist. Allerdings ist die Flora mit ca. 400 Arten relativ arm, davon sind über die Hälfte – meist europäische – Neophyten. Die Anden laufen im sturmumtosten und nassen Südpatagonien spektakulär aus. Berge wie Torres del Paine, Fitzroy oder Cerro Torre lassen viele Herzen höher schlagen. Die Flora ist attraktiv und hierzulande wenig bekannt. Die Vegetation, z.B. die Abfolge von der andinen Steppe (Pampa) zu den knorrigen Südbuchenwäldern, ist spektakulär. Typische Pflanzenarten sind z.B. Pantoffelblumen (Calceolaria sp.), Arten der Gattungen Azorella und Adesmia, der Notro („Feuerbusch“), grossblütige Orchideen wie Chloraea magellanica oder Arten der Familie Alstromeriaceae. Ein bunter Strauss ist garantiert gewürzt mit spektakulären Landschaften und faszinierenden Tieren.

Montag, 25. Januar 2016
Das Ruwenzori-Gebirge – Alpiner Riesenwuchs im Morast
Fritz Jakob, Rüderswil
Das Ruwenzori-Gebirge liegt in Ostafrika auf der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Es wird auch «Mondberge» oder wörtlich aus der Lokalsprache übersetzt «Regenmacher» genannt. Sie werden mit mir, ausnahmsweise bei sonnigem Wetter, die 5‘109 m hohe Margherita-Spitze und den fast 5‘000 m hohen Mt. Baker des dritthöchsten afrikanischen Gebirges erreichen. Es weist als eines von nur drei Gebirgen Afrikas Vergletscherungen auf. Wegen seiner hohen ökologischen Bedeutung wurde es Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Ich werde eine Menge Gefäßpflanzen, Moose und Tiere aus einem Gebiet zeigen, wo jeder Tag ein Sommer und jede Nacht ein Winter ist. Einmal gesehen wird man dieses Gebiet nie mehr vergessen!

Montag, 15. Februar 2016
Hydnora, Welwitschia & Co. − Botanische Schatzsuche im Diamantensperrgebiet und der Namib
Adrian Möhl, Info Flora
Wer meint das südliche Namibia hätte ausser Sand und Geisterstädte nichts zu bieten, der irrt. Die Flora zwischen Namaqualand und Spitzkoppe ist sehr vielfältig und das harsche Klima hat die Pflanzen gezwungen zu äusserst faszinierenden Überlebensstrategien zu greifen. Neben emblematischen Pflanze wie Welwitschia mirabilis sollen die wichtigsten Vegetationstypen und ein paar Perlen der Flora des südlichen Namibias vorgestellt werden. Dazu gibt es schier unendliche Weiten und heissen Wüstensand – genau das richtige für einen kalten Februarabend.

Montag, 22. Februar 2016
Hawaii – Die Spitze des polynesischen Dreiecks
Nicolas Küffer, Bern
Die hawaiianischen Inseln liegen mitten im Pazifischen Ozean rund 3600 km von Kalifornien entfernt. Aufgrund dieser Abgelegenheit ist die Flora reich an Endemiten (85−90 %), aber insgesamt eher artenarm (knapp 2500 Taxa). Einige Gattungen sind jedoch sehr artenreich, beispielsweise die verholzten Lobelien (125 Arten) oder die Zweizähne (Bidens). Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs und beherbergen sowohl den höchsten, als auch den mächtigsten Vulkan der Welt. Zudem gilt der Kīlauea auf der Insel Hawaii als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf der erkaltenden Lava siedeln in kurzer Zeit erste Pionierpflanzen wie die Eisenbaum-Art Metrosideros polymorpha und verschiedene Farne.

Montag, 7. März 2016
Fidschi und Neuseeland – von Kokospalmen und Kauri-Bäumen
Muriel Bendel, Bern
Das im Südpazifik gelegene Fidschi bezaubert nicht nur durch seine weissen Sandstrände, sondern auch durch seine eindrückliche Flora. Hier lassen nicht nur Kokospalmen ihre Früchte vom Meerwasser ausbreiten, sondern z. B. auch der stattliche Baum Barringtonia asiatica, ein Vertreter der Topffruchtbaumgewächse (Lecythidaceae), der seine grossen vierkantigen Früchte vom Meer von einer Insel auf die andere tragen lässt. Das ca. 2’000 km südlich von Fidschi gelegene Neuseeland beherbergt eine der speziellsten Floren der Welt: Rund 84% der neuseeländischen Pflanzenarten sind endemisch. Zu den neuseeländischen Endemiten zählen die Kauri-Bäume (Agathis australis), in ihrem Unterholz gedeiht der berühmte Silberfarn/Ponga (Cyathea dealbata), auf offeneren Flächen der bizarr aussehende Pseudopanax ferox, der wie unser Efeu zu den Araliengewächsen (Araliaceae) gehört. Grössenrekorde stellen nicht nur die uralten Kauri-Bäume auf: Die endemische Baum-Fuchsie (Fuchsia excorticata) wird bis über 12 m hoch und ist damit die grösste Art ihrer Gattung; sie lässt ihre bordeauxroten Blüten von Vögeln bestäuben und die süssen, saftigen Früchte wiederum von Vögeln verbreiten.

Montag, 31. Oktober 2016
Entwicklung der Vegetation des Mittelmeerraumes mit Blick in die Zukunft
Petra Boltshauser-Kaltenrieder, Institut für Pflanzenwissenschaften, Uni Bern
Im Mittelmeergebiet kommen fast 20’000 Pflanzenarten vor, darunter rund 7‘000 Endemiten. Durch menschliche Einflussnahme seit dem Paläolithikum wurde die ursprünglich natürliche Vegetation zum grössten Teil verdrängt und durch Degradationsstadien ersetzt. Mittels paläoökologischen Untersuchungen von Seesedimenten in den drei Hauptvegetationszonen des Mittelmeerraumes, der thermomediterranen (Gorgo Basso, Sizilien), der mesomediterranen (Lago dell’Accesa, Toskana) und der submediterranen (Colli Euganei, Padua) Vegetationszone wurde die Vegetation der letzten 10‘000 Jahre rekonstruiert. Der Übergang von Urwäldern zu Macchia, Feldern, Wiesen und Weiden wird verdeutlicht und aktuelle Fragen aufgegriffen wie 1) Was verursachte die Ausbreitung und den Zusammenbruch der immergrünen Hartlaubwälder? 2) Welches sind die Zusammenhänge zwischen Klima, menschlichem Einfluss, Feuer und Vegetation? Im Rahmen der zukünftigen Klimaerwärmung ist das Verstehen dieser Zusammenhänge für eine Erhaltung der verbliebenen natürlichen Vegetation sowie für eine Erhaltung der heutigen artenreichen Kulturlandschaften im Mittelmeerraum überaus wichtig.

Montag, 7. November 2016
Die Farn- und Blütenpflanzen der Kanarischen Inseln
Herbert Sauerbier, Lauchringen, Deutschland

Montag, 21. November 2016
Die endemische Flora der Mittelmeerinseln und ihre Erhaltung
Bertrand de Montmollin, IUCN Mediterranean Plant Specialist Group
Die Mittelmeerinseln beherbergen eine bemerkenswerte, aber gefährdete Endemitenflora. Auf einigen der grössten Inseln steigt der Anteil der nur auf einer Insel wachsenden Arten auf über 10%. Die meisten dieser Endemiten sind sehr alte Elemente, die trotz der mehrtausenjährigen Präsenz des Menschen bis in die heutige Zeit überdauert haben – oft nur in kleinen und nur sehr lokal vorkommenden Populationen. Diese Endemiten erweisen sich als speziell verletzlich gegenüber direkten (Urbanisierung, Tourismus, Landwirtschaft) oder indirekten (Veränderungen der Wasserressourcen und des Klimas) Gefährdungsfaktoren. Die Bemühungen zu ihrer Erhaltung sind dringend und stellen eine komplexe Herausforderung dar.

Montag, 5. Dezember 2016
Biodiversitätskonzept Kanton Bern: Gratwanderung zwischen wissenschaftlich Notwendigem und politisch Möglichem
Urs Känzig, Amt für Landwirtschaft und Natur, Abteilung Naturförderung
In einem kantonalen Biodiversitätskonzept legt der Kanton Bern zur Zeit fest, wie er die Strategie Biodiversität Schweiz umsetzten will. Das Konzept besteht aus drei Teilen: 1) «Auftrag, Vision, Handlungsfelder», 2) «Ziele und Massnahmen», sowie 3) dem «Sachplan Biodiversität» als Herzstück. Teil 1) wurde vom Regierungsrat im November 2015 und Teil 2) im Juni 2016 genehmigt. Teil 3) ist zur Zeit in Erarbeitung.

Montag, 12. Dezember 2016
Das Pflanzenkleid der Mittelmeerländer
Martin Rikli alias Debi Schäfer, Stefan Eggenberg & Adi Möhl, Uni Bern und Info Flora